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Ortsgeschichte Altenmarkt-Zauchensee
Vom keltischen Dorf zum doppelten Ferienparadies
Altrömische Poststation ANI oder ANISUS
Die altrömischen Poststationen der Passstraße sind im Süden INMURIO das heutige Tamsweg, auf der Passhöhe ein Hospiz, das die römischen Straßenkarten als MANSIO IN ALPE bezeichnen und im Norden ANI oder ANISUS, das heutige Altenmarkt. Somit ist der Raum von Altenmarkt das älteste Siedlungsgebiet in diesem Tal. Der römische Name scheint dann, durch germanische Zungen umgewandelt, in das Wort "Enns" übergegangen zu sein, die im frühen Mittelalter "flumen anisus" hieß. Doch auch die älteste Form ANI wird als "Hube Ani" in einer Urkunde von 1074 genannt. Funde aus der Römerzeit wurden in Altenmarkt bisher nicht gemacht.
Radistatt
Nach der Völkerwanderungszeit besiedeln die Baiern unseren Raum. Im Jahre 757 kam das Ennstal durch eine Schenkung des Baiernherzog Odilo an Salzburg. Diese nachfolgenden Siedler setzten den Bergbau der Römer fort. Die Flachauer Erzhütte verlegte ihre Radstätte (Wasserräder betrieben Balggebläse und Brechhämmer) ins Ruinenfeld des römischen ANI. Der Platz erwies sich als sehr günstig, weil er an einer weltverbundenen Handelsstraße lag. Der Ort blühte rasch auf und wurde Radistatt genannt. Der alte Name ANI wurde vergessen.
Wo das heutige Radstadt liegt, besteht zu dieser Zeit noch keine Siedlung. Aber bereits im 12. Jh. trägt dieser Hügel eine Burg, um die sich eine junge Siedlung schart. Wegen der kriegswichtigen Schlüsselstellung (Ausblick nach beiden Seiten des Ennstales und ins Tauerntal) fördern die Landesherren diese neue Siedlung, die man Neu-Radstadt nannte.
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Altenradstadt
Dem bisherigen Namensträger blieb der Name Altenradstadt. Dieser geriet, als man dem Ort zugunsten von Neu-Radstadt Gericht und Marktrecht weggenommen hatte, ebenfalls in Vergessenheit. Man sprach nur mehr vom "Alten-Markt", daraus ergab sich der heutige Ortsname Altenmarkt.
Radstadt erfuhr durch die Gunst der Landesherren viele Privilegien. Das Hochkommen des neuen Ortes bedeutete den Untergang des älteren. Zwischen den beiden Orten gab es viele Reibereien und Streitigkeiten, die aber immer wieder vom Landesherren zugunsten Radstadts entschieden wurden.
Erzbischof Friedrich 3. entschied z.B. einmal, dass das Feilhalten von Brot, Wein und dergleichen in Altenmarkt nur an gewissen Feiertagen gestattet sei und nur solche Esswaren verkauft werden dürften, die man aus Radstadt bezog. Erzbischof Leonhard von Keutschach ordnete an, dass in Altenmarkt von jedem Handwerker nicht mehr als zwei das Geschäft ausüben dürften. Ferner dürfen die landwirtschaftlichen Erzeugnisse nur auf dem Wochenmarkt in Radstadt feilgeboten werden.
Salzburger Bauernkriege
Das Jahr 1511 brachte dem Ort wirtschaftlich den schwersten Schlag. Die Tauernstraße, die ja immer noch über Altenmarkt führte, wurde auf Anordnung des Erzbischofs an den Ortsausgängen durch Schlagbäume gesperrt, dass der Verkehr zwangsläufig den Umweg über Radstadt machen musste.
Es ist überliefert, dass die Altenmarkter diese Schlagbäume des öfteren nachts entfernten, doch nützte dies alles nichts.
In den Salzburger Bauernkriegen 1525/26 spielte Altenmarkt insofern eine Rolle, als die Bauern im April 1526 unter dem Kommando der Feldhauptleute Christof Setzenwurm und Max Neufang hier ihr Feldlager aufschlugen. Die Bauern belagerten Radstadt vergeblich. Am 19. Juni schlugen sechs Fähnlein Fußvolk des Erzbischofs die Bauern in die Flucht, Altenmarkt wurde von den Soldaten geplündert und gänzlich niedergebrannt.












